schwimmbad, interdependent

20. februar 2012 stockholm

ich gehe ins schwimmbad. ich kann gehen. ich kann ins schwimmbad gehen, habe das geld dazu den eintritt zu bezahlen, was nicht gerade gering ist in schweden. kann sehen, kann mir meinen weg bahnen, kann mich selbstständig umziehen, kann schwimmen, ich bin umfassend ableisiert, was mir viele möglichkeiten der einnahme öffentlicher räume ermöglicht. ich habe die zeit ins schwimmbad zu gehen, habe jobs, mit denen ich mir meinen alltag zeitlich selbst strukturieren kann, habe räume in denen ich so arbeiten kann, wie ich arbeiten will, kann mich also entschließen nachmittags ins schwimmbad zu gehen.

und trotz all dieser interdependenten privilegierungen habe ich doch lange darüber nachgedacht und abgewägt, wie stabil ich mich fühle, öffentlich zu sein, ausgezogen, angesehen. ich habe ein starkes bedürfnis mich zu bewegen, nicht nur den ganzen tag mit meinem notebook in verschiedenen positionen mich auf verschiedenen sitzgelegenheiten aufzuhalten. will mich spüren, mir anders präsent sein als ich es kann mit blick auf einen leicht flirrenden bildschirm, auf dem ich in irrem tempo worte hacke und zu bedeutungshoffnungen verstehenshoffnungen zusammensetze. draussen hat es angefangen zu tauen, aber die wege sind noch immer von eisschichten überzogen, so dass ich es nicht wage stattdessen laufen zu gehen – was ich ableisiert – machen könnte. was ich als weiße person nicht weiter überlegen muss, nicht darüber nachdenken muss, wie sicher bestimmte straßen und dunkelheiten in bezug auf rassistische übergriffe sind. ich gehe also schwimmen, eine kraftanstrengung, ein luftanhalten zwischen schwimmbadeingang und eintauchen ins wasser und dasselbe auch wieder zurück. wie habe ich diese anstrengung nicht immer merken können – und gleichzeitig meine möglichkeiten mich überhaupt in diese situation zu begeben? oder habe ich sie immer gemerkt und merkend entmerkt, nicht wahrhaben wollen, sie merkend willentlich vergessen übermerkt um überleben zu können in einer auf zweigenderung ausgerichteten gesellschaft, die mich in so vielfacher hinsicht priviligiert? oder ist es das was die dispositive dimension genderistischer diskriminierung ausmacht, die ent_intelligibilisierung der konstituierung durch diskriminierung gekoppelt in meinem fall mit massiven gleichzeitigen verwobenen interdependenten privilegierungen über ableismus und rassismus; ist es das, was als dispositiv zu unkonzeptualisierbar also ist, dass jegliches merken verunmöglicht ist – und doch gleichzeitig da, doch mich gleichzeitig konstituiert? kinder unter 10 jahren etwa starren mich unverhohlen an und bekommen körpergröße körperstatur körperdetails und umkleideeinteilungen und kleidung nicht überein. und trotzdem: mich können die ableisierten kinder anstarren. wieviele disableisierte dyke_trans kommen gar nicht erst bis hierhin, da die hürden in vielfacher weise schon vorher viel zu hoch sind.
mein immer-wieder-nachdenken zeigt mir an tagen meine fragilität und das ziehen nach einpassung in etwas in das ich nicht passen will und kann, und wenn ich weniger fragil etwas stabiler stehe, dann kann ich es auch so einlesen und mich dann damit sein lassen, mit meinen widersprüchlichen zugehörigkeitsbedürfnissen manchmal und mich wahrnehmen in meiner massiven und machtvollen zugehörigkeit zu der normalisierung weißer ableisierter personen, die in und durch schwimmbäder auch gleichzeitig stattfindet.

heute ist ein prekärer tag, ein unsicherer tag, ein tag von balancegängen, dünnem eis, tauend, aber da, tauend und doch so verletzungsnah, so dass es mir schwierig fällt zu gehen ohne das fallen schon gehend unsicher vorwegzunehmen – und trotzdem ich könnte gehen und kann mich dagegen entscheiden. heute ist auch ein privilegierter tag mit meinen verselbstständigten ableisierungen. so fühlt es sich auch im schwimmbad an, dünnes eis und doch eis, auf dem ich gehen könnte.

auch so kann ich mein leben einlesen: als ein kontinuierliches austarieren unterschiedlicher öffentlichkeiten und ein abwägen von ent_konformitäten und anpassungen, von ‚passings‘, einer reflexion meiner strukturellen privilegierungen und eines versteckens.

 

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rezension dazu (und zum buch feminismus schreiben lernen): FAMA 1/14

versicherung teil ii: sterbeversicherung

und dann noch:
die personen, die keine versicherungen finden, die individuell zugeschnitten stimmen, die sich dann am ende für die langsame-und-kaum-merkliche-partielle-sterbeversicherung entscheiden
partielle sterbeversicherung, die die möglichkeit zum sterben im leben versichert
zum beispiel:
ich kenne personen, die zucken vor schmerz zusammen bei zweigendernden wortformen, denen androgendernde maskulina wehtun, zuschreibungen von weiblichkeit gewalt antun, die verzweifeln an den zurichtungen von sprachhandlungen, die personen pseudo-ansprechen ohne x zunächst zuzuhören, zu x hinzuhören, ohne x zu meinen, die lange ein schales gefühl als normal xlebt haben für sich, ein schales gefühl leicht neben sich zu stehen, wenn x angesprochen wurde ohne angesprochen zu sein, sein zu können mit diesen sprachformen;
die sich fühlen ihr leben lang wie im theater, auf einer bühne,
von sich selbst distanziert
wie in einer blase,
wie im nebel
wie schal, am sonntagnachmittag
lieber schaue ich einem ich auf einer bühne zu, permanent, als

ich kenne personen, die mal verzweifelt sind an sprachhandlungen, mit denen x sich nicht angesprochen, aber zugerichtet fühlen, die sich nicht einlesen können in romane, werbetexte, medienberichte, gesetze, kinofilme, paarnormative besitz-eiftersuchts-liebesbriefe, in packungsbeilagen, kochbücher, kinderbücher, schulbücher, geschichtsbücher, internetseiten, feministische magazine, comics, theateraufführungen, performances, märchen, konzerte, volkshochschulprogramme, vereinssatzungen, preisausschreiben, calls for papers
immer noch nicht, immer wieder nicht, nach so langer zeit, und immer noch verzweifelt danach suchen,
die sich nicht wiederfinden
in binären entweder oders
in sozialen gendernormen
umkleiden toiletten pässen
religiösen texten philosophischen texten politischen texten
texten
sprache
benennungsformen
anredeformen
räume
kontaktkonventionen
und sozial vorgegebenen kontaktformen
und die den schmerz und das suchen, das wortlose immer einsamersein-ohne-dass-andere-es-merken runterschlucken, schon lange, um nicht noch länger verlacht und ausgegrenzt zu werden, die sich einrichten in sozialen möglichkeiten wie zweigenderung, wie frauen und männer, auch wenn x sich so selbstgewalt antut, kontinuierlich, massiv, grundlegend. lieber mir diese formen von selbstgewalt antun als

ich finde mich nicht wieder in sozialen rollen die klar trennbar sein sollen in beziehungen und freundxschaften, die sich immer wieder auf eine herkunftsfamilie beziehen, zwanghaft, auch wenn ich mich so verleugne
ich finde mich nicht wieder in ritualisierten verselbstständigten und undiskutierbaren und als klar und gut und eindeutig hergestellten verhaltensweisen wie sex- und kommunikationspraktiken, ohne dass ich dort ankomme, ohne dass ich dort zweifeln und hadern kann mich dort fragen kann ausdrücken kann ausprobieren kann, dort verorten kann,
ich habe zwar aufgehört zu lachen, wenn andere genderistisch_rassistisch etwas sagen, was alle anderen lustig finden, habe deswegen aber auch aufgehört nach dem sport noch zusammen weg zu gehen mit den anderen, oder ganz aufgehört mit dem sport, der arbeit, der lesegruppe, der therapie, der fortbildung, sogar der polit-gruppe nachdem es dort so klar war trans_x-diskriminierende äußerungen machen zu können,
alle lachen, haha,
alle stimmen zu, jaja,
alle beschwichtigen, ist doch nicht so gemeint nicht so schlimm nicht so ernst nicht wirklich nicht wichtig – du, nicht da
alle schweigen, —-
lieber gehe ich nicht zum plenum zur politgruppe zur therapie als

ich kenne personen –
die sich nicht ausziehen wollen argumentativ und körperlich in allen diesen situationen und kontexten,
die aufgehört haben in schwimmbäder zu gehen, in seminare, zu lesungen, ins kino, in politgruppen
aufgehört haben auf der arbeit was zu sagen, im supermarkt, auf der behörde,
die gar nicht mehr nachdenken müssen über die grenze zwischen beziehungen und freundxschaften, sondern sich sowieso immer mehr vereinsamen, sich soziale nahbeziehungen sowieso immer mehr wegerklären
die aufgehört haben
mit irgendwas
von leben
lieber überleben als

besser mich eines bewussten sterbens im leben versichern
als immer atemnot haben
worttod
als immer daran zu leiden nicht anwesend zu sein
nicht gehört zu sein
nicht sprechen zu können

lieber
vielleicht bewusst
und sicher
partiell
sterben

versicherung teil i: überlebensversicherungen

es gibt für fast alles versicherungen
versicherungen versichern lebensmöglichkeiten und –unmöglichkeiten
meine freundxs und ich haben viele individuell ausgehandelte überlebensversicherungen
zum beispiel:
angst-im-zaum-veräußerungsversicherungen

ich habe freundxs die werden in ihren nächten von der traumatischen vorstellung verfolgt von fressensszenen zwischen möwen mit gebrochenen flügeln und krebsen an einem strand, die die gebrochene möwe, die noch wegzuhumpeln versucht, auffressen, an einem strand irgendwo, eine szene die sie, irgendwann mal, in einem film in einem film, sekundenlang sekundenschnell sekundenkurz gesehen haben, die traumatisiert sind von diesen sekunden film in film, weit weit weg von ihrem leben, diesen sekunden an denen sie sich nachts festhalten, um das was sie kurz bewusstseinskontrolle verlierend im einschlafen gespürt haben, erschreckt aufwachend an gefühlen lieber in diese szene reinzulegen, ein film im film statt es für ihr eigenes leben zu spüren, ein leben im leben, es nicht als eigene bilder und erinnerungen zu spüren in diesen nächten. lieber weine ich tränen über die ausweglosigkeit von möwen mit gebrochenen flügeln in filmen in filmen als
ich habe freundxs die haben, sobald sie von einer krankheit einer anderen person hören, angst, selbst auch krank zu werden, mit genau dieser krankheit, angst, zu sterben, jetzt wirklich, ganz konkret, ganz nah schon, ganz fühlbar, und diese angst macht sie fast atemlos, macht sie krank vor angst, panisch vor angst, besetzt mit dieser angst vor der krankheit anderer als krankheit von ihnen selbst, depressiv vor angst, manisch in dem versuch die angst zu vergessen; macht sie voll mit angst und hilft ihnen so das leben, an dem sie kranken in dieser panik-manisch-depressiven besetztheit kurz zu vergessen, die angst nur zu spüren und greif- und handhabbar und benennbar zu machen durch diagnosen und indikationen: krank! die angst veräußerbar zu machen in der angst um die fiktive angst der krankheit anderer. lieber habe ich angst vor greifbaren körperlichen krankheiten die auf mich übergreifen und die mich dann lebensbedrohlich bedrohen würden als
ich habe freundxs die sind überzeugt davon, dass eine person, die ihnen wichtig ist, heute ganz bestimmt bei einem rad- zug-auto-bus-arbeits-sportunfall umkommt, dass die person extrem gefährdet ist, immer wieder, jeden tag neu und die vor existentieller angst um diese person und ihren so bedrohlich bevorstehenden tod wie erstarrt sind vor dieser angst um eine andere person, ganz darauf fokussiert sind, ihr denken_fühlen darauf aufrichten, immer darauf vorbereitet sind, dass es jetzt gleich passiert, immer auf der hut, die wie gefangen sind von dieser angst vor etwas das ihnen nicht überlebbar scheint, die existentielle bedrohung der anderen person die ihnen so nah ist um so die eigene existentielle not die ihr leben konstituiert nicht zu spüren. lieber habe ich angst dass ich nicht leben kann weil eine andere person nicht überlebt als
ich habe freundxs die glauben, dass sie verfolgt sind, dass anderex sie ausrauben_betrügen_hintergehen_über-den-tisch-ziehen_übervorteilen_verraten_belügen_betrügen_benutzen_fallen lassen und die deswegen lieber vorsichtig sind, sich lieber nicht verlassen, nicht vertrauen, misstrauisch, skeptisch, und die so die existentielle bedrohung vielleicht die sie irgendwann mal erlebt haben für sich produktiv umsetzen, angst-im-zaum-veräußerungsversicherung
ich habe freundxs
die haben angst, wenn es dunkel wird
die angst haben vor dem geräusch von laufenden automotoren im dunkeln
die angst haben wenn nichts zu hören ist außer wind oder ein einzelner flügelschlag
die angst haben vor bienenstichen, akupunkturnadeln, spritzen, berührungen
angst vor gewittern
angst vor vollen räumen
angst vor leeren räumen
angst vor bühnen
angst vor kellern
angst vorm fliegen
angst vorm landen
angst vor anderen personen und was sie sagen_denken_meinen_nicht-sagen_wollen_fühlen wie sie mich finden_nicht finden ob sie mich mögen_nicht mögen bewundern_verachten_lieben. liebst du mich? magst du mich? in inneren monologen und äußeren dialogen hundert mal pro tag gedacht_geäußert_weggedrückt
angst
angst
angst

ich habe viele freundxs die alle angst haben, existentiell
die ihre existentielle angst alle in konkrete verschobene direkte übertragene tabuisierte handhabbare greifbare irreale sehr reale situationen objekte personen legen
und auf diese weise
eine angst
und eine existentielle bedrohung
zu einem immer vorhandenen teil ihres lebens machen
und sie gleichzeitig so
handhabbar machen
überschaubar
einschätzbar

ich habe viel angst
lieber habe ich angst, spüre ich angst als

meine nach außen verlagerte angst – meine individuell zugeschnittene angst-im-zaum-veräußerungsversicherungen
ich bin froh dass ich sie gefunden habe, diese formen von überlebensversicherungen
die mein überleben sichern
ich bin froh dass meine freundix sie gefunden haben, diese formen von überlebensversicherungen,
die ihnen überleben sichern und mir damit dann auch als überlebensversicherung dienen
die individuell zugeschnittene überlebensversicherungen sind
und
gleichzeitig doch auch so viel mehr sind
so viel anderes sind
die leben sind
mal mehr mal weniger
auf jeden fall aber überleben
ihres und meines

dann kenne ich personen mit individuell ausgehandelten überlebensversicherungen, die  hausratlebensstrukturanschaffungsversorgungsversicherungen sind
die auch ihr überleben versichern
zum beispiel:
ich kenne personen, die legen listen an mit cafès mit hollywoodschaukeln, cafès mit spreeblick ohne autos und sonnenuntergängen, cafès mit öko-zimt auf mandelmilch-lattes, cafès mit schönen trans_x_enden fotos und selbstgebackenen veganen kuchen – und cafés zum nicht-hingehen, mit rassistischen personen die dort arbeiten und rassistischen menünamen, mit genderistischen cocktailnamen und personen die dort arbeiten, mit schlechten arbeitsbedingungen, trans-diskriminierenden türpolitiken, zweigendernden genderistisch diskriminierenden toiletten, lieber gehe ich nicht mehr in cafés als
ich kenne personen, die planen ihr leben im viertel-stunden-takt durch, mit arbeit und körperpflege und essen kaufen und essen kochen und essen und aufräumen und leute sehen und sport machen und urlaub machen und telefonieren und ins kino gehen und viertel stunden für tages-, wochen-, monatsplanungen, lieber plane ich mein leben durch, hab alles im griff unter kontrolle keine ungeplanten zeiträume als
ich kenne personen, die sich hunde_katzen_kinder anschaffen (gerne auch direkt mehrere; gerne auch direkt zusammen mit einer anderen person, deren paarbeton-präsenz x sich somit auch noch versichern), für die x  ernährungspläne erstellen, gute ärz_tixs und heilpraktikerixs suchen, mit denen x  ausbildungspläne und auslaufzeiten festlegen, und_oder communitygärten rennräder ferienhäuser um die x sich sorgen müssen urlaube und wohnungen und leben neu einrichten mit und für und wegen diesen, lieber kümmere ich mich um die schwierigkeit sozial ökologisch nachhaltig verantwortlich in meiner katzenpflege zu sein als
ich kenne personen die nehmen vorbeugende vitamin- und mineralientabletten, vorbeugende cremes, vorbeugende mahlzeiten, mineralienreiche alkoholfreie biere und vorbeugende ökologische kleidung; die nur rad fahren und kein auto, die ökostrom beziehen und ihr geld in ökobanken deponieren, die nicht fliegen, sondern auf dem boden bleiben, rational, verlässlich, nachvollziehbar, ethisch nachhaltig, die jedes jahr zur zahn-gebärmutter-darm-brust-untersuchung gehen, die immer so kochen dass es zu viel ist und immer so viel einkaufen, dass x  auch wochen überleben könnten. lieber gestalte ich mein leben vorbeugend gegen alle widrigkeiten in essen, kleidung, fortbewegung als
ich kenne personen die morgens beten_meditieren_3-seiten-schreiben_malen im postkarten format, die abends qi-gong-machen yoga machen shiatsu machen pilates machen meditieren_beten selbstverteidigung machen, manchmal auch nur am pc, die tantra-kurse besuchen, partnx-massage-kurse für den rücken die füße den ganzen partnx-körper, die kräuter selbst anbauen und trocknen und zu tees mischen, mantras singen und malen, die kerzen und schnittblumen nach feng-shui-kriterien in ihrer wohnung aufstellen. lieber reserviere ich eine ecke in meinem zimmer zeitplan alltag für eine spirituelle dimension als

um mich zu verankern
um gebraucht zu werden
um in der verantwortung für andere die selbstverantwortung vergessen zu können
nicht spüren können zu müssen
um mich festzuhalten, an einer struktur
an einem glauben
einer überzeugung
an einem plan
einem sport
einer gewissheit
einer routine
an hausrat und sorgen um anderex und anderes
um das zerbröckelte zerstörte selbstbewusstsein nicht zu spüren
um nicht mit einer selbstsorge anzufangen, die die eigene anwesenheit im eigenen leben sichern würde
um die fragmentierung des eigenen seins nicht wahrzunehmen
die stimmen, die die ganze zeit destruktive fragen stellen zu übertönen oder im griff zu halten
die zweifel und das eigene zweifelnde leben das irgendwo pocht oder flüstert oder schmerzt oder ruft nicht hören zu müssen
um ambivalenzen nicht zu spüren
hin- und hergerissensein zu vergessen
paradoxien widerstreitendes doppeldeutiges mehrschichtiges komplexes mir zu vereinfachen
um das
und doch auch so vieles mehr

ich bin froh dass ich sie gefunden habe, diese versicherungen
die mein überleben sichern
die individuell zugeschnittene überlebensversicherungen sind
und
gleichzeitig doch auch so viel mehr sind
so viel anderes sind
die leben sind
mal mehr mal weniger
auf jeden fall aber überleben
meine hausratlebensstrukturanschaffungsversorgungsversicherungen

dann kenne ich personen mit dramenversicherungen, um sich und andere personen immer wieder spüren zu lassen: ich bin da – vielleicht doch nicht – ich bin nicht da – vielleicht doch; ich bin nicht planbar nicht in versicherungen einpassbar, verlass dich nicht auf mich verlass mich nicht!
dramen-nicht-verlassen-verlassensein-versicherungen
zum beispiel:

ich kenne personen, die
immer zu spät kommen, egal wie die verabredung gemacht ist
oder sie ganz absagen, im letzten moment: das treffen, den urlaub, das telefonat, die arbeitsabmachung
die um sich herum in ihrem zimmer ihrem schreibtisch ihrem kalenda ihren jobsituationen ihrer kleidung ihrem aussehen ihrem konto ihren kontakten eine unordnung und unübersichtlichkeit, eine unzuverlässigkeit, ein verlassensein und werden schaffen, eine nach außen verlagerte verzweiflung verlass dich nicht auf mich verlass mich nicht!
die laut schreien vor wut
so laut, dass die wut nicht mehr spürbar ist, vielleicht
die andere hassen, ganz intensiv
so intensiv, dass die anderen gar nicht mehr wahrnehmbar sind, vielleicht
die sich die arme zerschneiden
und ein wenig auch das herz, vielleicht
die sich betrinken jeden abend bis sie nichts mehr spüren außer vielleicht einem steten hämmern im kopf was es ersetzt die ganze zeit gegen die wand zu rennen mit dem kopf um im schmerz außen spüren nichts mehr zu spüren, innen, vielleicht
die sich betrinken und denen so schlecht wird, dass sie hoffen alles was in ihnen wabert und gärt und fault mit auskotzen zu können, vielleicht
die rauchen bis x ganz benebelt sind und in xs coolen fassade hipper lässigkeit einen schleichenden tod  fast genießend und auf jeden fall süchtig miteinsaugen, ein egal, ein was solls, und auch andere mit reinziehen in diesen nebel diese verzweiflung das eigene verlassen sein verlassen werden
die mit jeder möglichen person sex haben – ohne anwesend zu sein
die mit keiner person auch nur die idee von körperlichkeit haben – ohne anwesend zu sein
die mit nur einer person abgesprochen, fast vertraglich verpflichtet nur mit dieser, sex haben (und alles andere nur heimlich) – und auch nicht anwesend sind dadurch und dabei (und was überhaupt ‚ist‘ sex?)
die sex haben mit anderen und auf keinen fall drüber reden können_wollen – um dann doch lieber nicht sich zu spüren nicht in kontakt zu gehen nicht da zu sein
die sex haben nur mit sich und das auf keinen fall auch nur vor sich selber benennen können und sich so auch nicht spüren
lieber überlebe ich körperunanwesend körperverheimlichend körperignorierend körperistegal körperimmerverfügbar körperverpeinlicht körperäußerlichverliebt körperunaussprechbar körperunkommunizierbar unwahrnehmbar und überlebe so in dem paradox mit einem gewaltkonstituierten körper ein körpervergessenes leben zu führen versuchen einzurichten als

ich spüre nichts von mir
ich spüre was anderes als das ich, spüre da außen was, bin sensibel, spüre deine stimmung, dein wünschen, dein begehren was dir spaß und lust macht was du willst, spüre dich nicht mehr sondern lagere meine filme und projektionen über dich, mache mir ein dich was ich so dann kontrollieren kann und spüre so wieder doch auch nichts
spüre nur außen was möglichst stark möglichst immer so stark dass es kein gefühl mehr gibt zu was anderem zu mir – und auch zu dir, filmlos
um meine innere verwirrung durch den wind sein nicht wissen nicht spüren nach außen zu verlagern
um was stärker zu spüren als das was in mir wehtut angstmacht unordnung panik chaos trauer schmerz
um was zu übertönen, überschreien, um die berührungen und schmerzen die von außen kommen über das unbenennbare im inneren zu legen
lieber das als

ich bin froh dass ich sie gefunden haben, diese versicherungen kontinuierlicher dramen von mir selbst und von anderes
die mein überleben sichern – sichern dass ich mich kümmern muss um die dramen keine zeit zum nachdenken keine zeit zum nachspüren zum selbstspüren

die mich am leben halten

um mich selbst so im zaum zu halten
im pseudoleben
im möglichkeitsleben
im diskriminierungsnormalisierten leben

meiner angst panik meinem schmerz meiner trauer wut meinem fühlen
meiner existenz
so ein überleben sichern

und das ist gut so
alles ist besser als zu gehen

es ist gut diese unterschiedlichen formen von lebensversicherungen als lebensversicherungen anzunehmen
wahrzunehmen
mit ihnen zu überleben
und manchmal vielleicht auch mit und durch sie zu leben, mit lust, mit sorge, mit spüren
zu verstehen, wie ich durch sie überlebe

lebensformen
überlebensstrategien

fiktive irrationale sehr reale tatsächliche ängste_versicherungen_verlassenheiten_verlässlichkeiten:
immer wieder neue immer wieder andere miteinander verbundene
überlebensversicherungen

für die die überlebt haben

und weiter darum kämpfen

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dank an a, a, h, j, m, n für comments und support zu diesem text!

UMKLEIDEBLUES

I
‚ENTSCHULDIGUNG – ABER DAS IST DIE FRAUENUMKLEIDE‘

‚JAAA – UND?‘

II
‚ENTSCHULDIGUNG – ABER DAS HIER IST DIE FRAUENUMKLEIDE‘
‚JA – IM 21. JAHRHUNDERT UND NICHT MIT EINEM FRAUENBILD AUS DEM 19. JAHRHUNDERT; DEUTSCHE WEISSE OBERSCHICHT‘

III
‚ENTSCHULDIGUNG – ABER DAS IST DIE FRAUENUMKLEIDE‘
‚JA- GENAU!
KEINE HETENUMKLEIDE
GLAUBEN SIE – ICH FINDE ES
AUCH EINE ZUMUTUNG MICH MIT ZWEIGENDERUNGSBETONIERENDEN HETEN ZUSAMMEN UMZIEHEN ZU MÜSSEN!‘

IV-A
‚ENTSCHULDIGUNG – ABER DAS IST DIE FRAUENUMKLEIDE‘
‚ICH BIN SICHER –
SIE SIND HETE:
LEBEN MIT EINEM ODER MEHREREN TYPEN
SIND AUF TYPEN ORIENTIERT
IN DEM WO SIE IHRE ENERGIE FÜR VERWENDEN
WOFÜR SIE SICH INTERESSIEREN
WAS SIE ALS MASS UND NORM NEHMEN
WEM SIE GEFALLEN WOLLEN
WEM SIE GEHÖR SCHENKEN
HETE
LASSEN CIS-TYPEN GANZ NAH AN SICH RAN
BIS ZUM EIGENEN ENTMERKEN
ENTWAHRNEHMEN VON BEDÜRFNISSEN
GEFÜHLEN
GRENZÜBERSCHREITUNGEN
LEBEN MIT KONSTANTER
NORMALISIERTER
ENTMERKTER
CIS-TYPENGEWALT

WAS GENAU IST IHR PROBLEM
MIT MIR
MIT MIR HIER?‘

IV-B
‚SIE SIND FALSCH HIER – DAS IST DIE FRAUENUMKLEIDE‘

WAS MACHT ES IHNEN SO WICHTIG
EINEN
FRAUENRAUM ZU HABEN?
IST ES IHR RUNTERGESCHLUCKTES
NICHT ARTIKULIERBARES
WISSEN DARUM
DASS CIS-TYPEN GEWALTTÄTIG SIND
GENDERISTISCH
VOYEURISTISCH
UND DOCH DANN IMMER WIEDER DIE MACHT HABEN?
IST DIESE UMKLEIDE HIER
IHR REFUGIUM
IN DEM SIE DAS WAGEN
KURZ ZWISCHEN EINTRITT BEZAHLEN
UND SCHWIMMEN GEHEN
SICH ERLAUBEN
ALS SAFE SPACE
ALS EXPLIZITE GRENZE
DIE SIE ANSONSTEN IN IHREM HETENLEBEN
TYPENFOKUSSIERTEN HETEROIDEN LEBEN
NICHT ZIEHEN?

V
‚ENTSCHULDIGUNG – ABER DAS IST DIE FRAUENUMKLEIDE‘

‚UND WAS BITTE MACHEN SIE DANN HIER?
WAS BITTE MACHT SIE SICHER IN DIESE INSTABILE
FLEXIBLE
KATEGORIE FRAUEN
ZU GEHÖREN?
IHR BIKINI
IHRE DIÄTWAHNE
IHR FRAUISIERTES SHAMPOO (PFIRSICHBLÜTE MIT BIRKENBLÄTTERESSENZ; MANDELÖL UND HONIG MIT KAKAOBUTTER – FÜR DIE HAARE; JA JA; ALLES ZUM DIÄTENWAHNGLÜCK NICHT ZUM ESSEN)
IHRE SLIPEINLAGEN (CAMELIA; ORDELIA; LIBRETTA – MIT ALOE VERA SPRING FLAVOR MEERESBRISE SO DÜNN UND NICHT VORHANDEN WIE DER TANGASLIP NICHT ANWESEND ZUGEBUTTERT UND GEHONIGT)
IHRE SCHUHGRÖSSE KLEIDUNGSGRÖSSE KÖRPERGRÖSSE
IHR PFERDESCHWANZ ODER IHRE GEGELTEN HAARE (LÄSSIG WILD SALOPP JUNG DYNAMISCH)
IHR NATURALISERTER PUSHUP BH
IHRE RASIERTEN BEINE ACHSELN
IHRE AUF NICHT ANWESENHEIT HIN ENTHAARTE OBERLIPPE VULVA

IHRE UNHINTERFRAGBARE
FRAUISIERTE HETERISIERTE
DISKRIMINIERENDE
NORMALITÄT
IHRE ROMANTISIERTE
ALS LIEBE STILISIERTE
ENTPOLITISIERTE
HEIRAT MIT EINEM STATISIERTEN CIS-TYPEN
(HEIRAT IST WENN ÜBERHAUPT EIN POLITISCHES KONZEPT: JEDE HEIRAT DIE NICHT AUS POLITISCHEN GRÜNDEN STATTFINDET IST MISSBRAUCH DIESER POLITISCHEN HANDLUNGSMÖGLICHKEIT)

UND WAS

DARÜBER HINAUS

GIBT IHNEN
DIESE SELBSTVERSTÄNDLICHTE AUTORITÄT
MICH
ZU- UND WEGZUORDNEN?

VI
‚ICH GLAUBE SIE SIND FALSCH HIER – DAS IST FÜR FRAUEN‘

recht hohe stimme
‚A HA‘

‚O DAS TUT MIR LEID; DAS HABE ICH NICHT GESEHEN; ENTSCHULDIGUNG‘

‚NEIN
ICH ENTSCHULDIGE NICHT
UND:
WAS GENAU IST DENN ‚DAS‘ WAS SIE NICHT GESEHEN HABEN?
UND WAS GENAU HÄTTEN SIE MEINEN SEHEN ZU KÖNNEN
MEINEN SEHEN ZU MÜSSEN
UM MICH IN IHR ZWEIGENDERUNGSSCHEMA EINZUPASSEN?

VII
‚ENTSCHULDIGUNG – SIE SIND HIER FALSCH‘

(NICHT MEHR ANS GEGENÜBER SONDERN ANS PUBLIKUM GEWENDET)
‚JA ICH WEISS
ICH BIN FALSCH
HIER
IN DIESER WELT
ODER

DIESE WELT
MIT IHREN NORMEN
UND KATEGORISIERUNGEN
IST FALSCH

WIE KÖNNTE ES DAS GEBEN
-
DIE RICHTIGE UMKLEIDE
IM FALSCHEN LEBEN?‘

liebe, i. februar 2013

LIEBE

WAS ICH GELERNT HAB:
SEHR FRÜH
LIEBE IST AUSRICHTUNG AUF ANDERE
LIEBE IST EXISTENZBERECHTIGUNG
SEIN

LIEBE
WAS ICH GELERNT HAB
FRÜH:
LIEBE IST VERGEBEN
LIEBE IST VERZEIHEN

WAS ICH GELERNT HAB
FRÜH:
UND ERST SEHR VIEL SPÄTER ALS GELERNTES
BENENNEN KONNTE:
LIEBE IST
NICHT ANSPRECHEN
ENT_SAGEN

LIEBE IST
STILLHALTEN
AUCH WENN ES WEH TUT

LIEBE IST
WISSEN DARUM
DASS ES LIEBE IST
JAJAJA LIEBE
AUCH WENN ES SICH
VIELLEICHT UND HEIMLICH UND ZWEIFELND
GANZ LEICHT AUCH
ANDERS ANFÜHLT
VIELLEICHT
GANZ KURZ

LIEBE IST KEINE GEWALT NEIN NEIN NEIN

LIEBE IST
VERGEBEN
ENT_SAGEN
ENT_ARTIKULIEREN

LIEBE GEHT DOCH
SOWIESO
ÜBER WORTBARKEIT HINAUS
LIEBE
DAS MUSST DU DOCH FÜHLEN
DAS IST DOCH SO
DAS WEISS EINE DOCH
MUTTERLIEBE FAMILIENLIEBE BEZIEHUNGSLIEBE LEBENSLIEBE
FÜHLST DU DENN NICHTS
FÜHLST DU ES DENN NICHT?
DIESE ZUNEIGUNG
IN ALLEN TROTZDEMS
DIESE ZUNEIGUNG
TROTZ ALLEM

NEIN NEIN NEIN NEIN
KEINE GEWALT NEIN NEIN NEIN NEIN

DAS IST LIEBE
ICH LIEB‘ DICH DOCH

UND ICH –
ICH VERSTEH‘ ES EINFACH NICHT

MEINE WAHRNEHMUNG IST
FALSCH
MEIN EMPFINDEN
ZU EXTREM
ICH
ZU SENSIBEL

JAJAJAJA
FALSCH ZU EXTREM ZU SENSIBEL
ES IST DOCH LIEBELIEBELIEBE

LIEBE
WAS ICH GELERNT HAB
IMMER WIEDER
FRÜHER SPÄTER

LIEBE IST
NICHT ZU MIR HINSPÜREN
ZU EI_NER ANDER_EN HINSPÜREN
X EMPFINDEN UND SPÜREN AUFZUSPÜREN
ZU MEINEM SPÜREN ZU MACHEN

ICH – EINE UNANWESENHEIT

DANN IST ES
VOLLKOMMENE LIEBE
EIN NICHT SELBSTARTIKULIEREN
EIN WIR OHNE ICH‘S
NUR MIT DU’S
DUDUDUDU WIRWIRWIR DU WIR DU DU LIEBE DU    DU    DU

EINE ICH-GRENZENLOSIGKEIT
EINE KONTINUIERLICHE SELBSTAUFGABE
SELBST-GRENZÜBERSCHREITUNG

EIN AUFGEHEN IN EINEM WIR
DASS DAS ICH
SUSPENDIERT
AUFLÖST
ENTARTIKULIERT

EINE ICH-ENTSAGUNG

WAS ICH GELERNT HAB
SEHR SPÄT
GROSSE LIEBE:
EIN OZEAN UNFASSBAR
UNENDLICH
EINE UNWORTBARE UNENDLICHKEIT
VON WIR UND BEGEGNUNG
UND GRENZENLOSIGKEITEN
UND GRENZENÜBERSCHREITUNGEN

WAS ICH GELERNT HAB:
DASS ICH ERTRINKE IN EINEM OZEAN
OHNE UFER
OHNE GRENZEN
DASS ICH DEN HALT VERLIERE
IN UNENDLICHKEIT
DASS WORTLOSIGKEIT
NICHT WUNDERSCHÖN UNWORTBAR IST
DASS WORTLOSIGKEIT
MICH ZUM SCHWEIGEN GEBRACHT HAT
MICH TÖTET
UND NICHT MICH ÜBERSTEIGT
IN MYTHISCHEN VORSTELLUNGEN
UNWORTBARER
UND DARUM
UNFASSBARER
UMSO GRÖSSERER
LIEBE

WAS ICH GELERNT HAB
ZU SPÄT
GROSSE LIEBE
IST
MIR
ZU
GROSS

IST
MEIN
ERTRINKENDES
ENTMERKTES
STERBEN

IST NICHT LIEBE
NICHT GROSS NICHT TIEF ÜBERHAUPT NICHT LIEBE

WAS ICH GELERNT HAB
MEIN LEBEN LANG
GENDERISTISCHE PAARNORMATIVE KAPITALISTISCHE KONSUMIERENDE
WESTLICHE KOMPENSIERENDE
GEFÜHLSNATURALISIERENDE
ZURICHTUNGEN
EIN BESCHWICHTIGEN VON GEWALT
EINE IDEOLOGIE INTIMER AUSNUTZUNGEN
DIE
LIEBE
GENANNT SIND

KEINE GEWALT NEIN NEIN NEIN

DIESE FORM VON LIEBE
DIES ZU LIEBEN
ENT_LERNE ICH JETZT

LEBEN LIEBEN
IST
LIEBEN ÜBERLEBEN
LIEBEN ÜBERDENKEN
LIEBEN AUFGEBEN
LIEBEN LOSLASSEN
LIEBEN SEINLASSEN
LIEBEN FRAGEZEICHEN
SO WIE ICH ES GELERNT HABE

UND
LIEBEN
NEU XFINDEN
IMMER WIEDER

Queerblock präsentiert trans_x_ing ::: trans_feminist activism am 22.02.13


Book Release, Show & After Party im Südblock
Soliparty für trans_feministische Projektentwicklungen
Book Release: „feministische w_orte“ von Lann Hornscheidt
Show_Party: Spoken Word, Film, Performances & DJ_anes [:::queerbeat_punxx_electro_discotheque:::]
Neben der Bühne: Audio/Video-Performances, Spezial-Deko & Projektvorstellungen

ACHTUNG, ACHTUNG: These performances contain rebellious lyrics! Sprache ist Handlung: In Worten und Benennungen wird Realität nicht nur abgebildet – sie wird ebenso durch sie bestimmt. Sprache ist politisch – und wunderbar wandelbar. Trans_x_ing unternimmt den Versuch, eigene W_Orte zu gestalten und damit Visionen sprachlicher Handlungen, frei von sexistischen, rassistischen und ableistischen Diskriminierungen zu formulieren. In „feministische w_orte“ macht Lann Hornscheidt Mut, diskriminierende Sprachpraxen zu kritisieren und in diese kreativ zu intervenieren, zu transxen. Die Buchpräsentation eröffnet eine Blocknacht trans_feministischer Räume – Worte – Aktionen – Interventionen mit LaYla Zami, Oxana Chi, Lann Hornscheidt, Agnes Lampkin, Karina Qanir u.v.m. In diesem Sinne: If you have a speech – you can be angry and powerful.

 

10. Dezember 2012, 14 uhr, HU Berlin (Dorotheenstr. 26, Raum 121): Vortrag von Michelle Wright, The Invention of Blackness in the West, and Its Effects on Theories of Gender, Class, and Sexuality. Anschließend Diskussion mit Prof. Dr. Grada Kilomba und Prof Dr. Lann Hornscheidt.